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426 S. m. 19 Abb., 21 Tabellen und 5 Grafiken, 17 x 24 cm, Broschur

ISBN 978-3-496-02868-0

39,00 € [D] | 50,70 SFR [CH]

 
Erdmute Alber

Soziale Elternschaft im Wandel

Kindheit, Verwandtschaft und Zugehörigkeit in Westafrika

Sofort lieferbar. Erschienen Dezember 2013

Elternschaft kann je nach Gesellschaft sehr unterschiedlich gelebt und gedacht werden. In weiten Teilen Westafrikas ist es normal, dass Kinder nicht bei ihren leiblichen Eltern, sondern bei Verwandten aufwachsen – so auch bei den Baatombu in Nordbenin. Zwar hat sich die Praxis der Kindspflegschaft dort im Laufe des 20. Jahrhunderts tiefgreifend geändert, sie ist jedoch nicht völlig verschwunden.
In ihrer Monografie zeichnet Erdmute Alber die Geschichte und Praxis sozialer Elternschaft von 1900 bis 2012 detailliert nach und liefert so neue theoretische Ansätze und Überlegungen zum Thema.

Kindspflegschaft gilt bei den Baatombu gemeinhin als Normalität. Erdmute Alber
zeigt in ihrer Arbeit die historischen Wurzeln und das Gewordensein dieser uns so
fremd scheinenden Praxis. Sie erläutert Gründe, Abläufe und Strukturen und führt uns
vor Augen, dass das euro-amerikanische Modell, wonach Kinder am besten bei ihren
leiblichen Eltern aufwachsen, nur eines von vielen ist. Ferner beschreibt sie, wie die
Kolonialisierung, die Einführung der Schulpflicht, technische Erneuerungen sowie
die weltweite Verbreitung »westlicher« Elternschaftsmodelle zu Veränderungs- und
Anpassungsprozessen und damit zu veränderten Praktiken der sozialen Elternschaft
führten. Diese werden besonders deutlich in der Gegenüberstellung von Stadt und Land sowie in den von der Autorin nachgezeichneten Konflikten um zwei der beobachteten Pflegekinder.

Die Autorin
Erdmute Alber; Professorin für Sozialanthropologie an der Uni Bayreuth; Arbeitsschwerpunkte: politische Anthropologie, Verwandtschaftsethnologie; Herausgeberin der Zeitschrift Sociologus und Autorin von Im Gewand von Herrschaft. Modalitäten der Macht bei den Baatombu 1900–1995

Das Buch ist in einer auch ethnologischen Laien zugänglichen Sprache geschrieben. Die vielen Auszüge aus Interviews und Feldtagebüchern veranschaulichen, wie mühsam und kleinteilig die Feldforschung zu einem Thema ist, über das oft nur vage und widersprüchlich gesprochen wird. (...) Das Buch ist ein Beitrag zur neuen Verwandschaftsethnologie, zur Ethnologie der Kindheit und zur Analyse von Machtstrukturen innerhalb sozialer Nahbeziehungen. Am Beispiel von sozialer Elternschaft und Ziehkindschaft verdeutlicht es sehr schön sowohl die Beharrung als auch den Wandel sozialer Normen und Beziehungen in einem Kontext global zirkulierender Vorstellungen von Kindheit, Elternschaft und sozialer Zugehörigkeit.
[Katja Werthmann, Anthropos]

Erdmute Albers Monografie "Soziale Elternschaft im Wandel" zeichnet sich durch ihr immenses Material zu den Baatombu aus. Ihre geschickt sozialwissenschaftlich verorteten Beobachtungen regen zum Nachdenken über die Gesellschaft und ihre Normvorstellungen an. Auch für Personen, die sich nicht in der ethnographischen Forschung verorten, ist dieses Buch daher überaus interessant. Zudem führt der deskriptive Schreibstil der Autorin dazu, dass der Leser sehr schnell Zugang zur Thematik findet, ohne diese dabei vereinfachen zu würden.
[Silke Jakob, KULT_online]  

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